Teka von Troppau

Das tapfere Stoiberlein

4 Nov 2005

Um Mitternacht zog er von dannen – hat in Berlin kaum angefangen.
Da sitzt er nun mit ernster Miene in der bequemen Limousine,
fährt gemütlich jetzt nach Hause, gönnt sich eine Atempause
auf der Pilgerfahrt nach Rom zum hl. Papst – das ist der Lohn!

Herumgeeiert lange Zeit, ist er nun nicht mehr bereit,
bei den Preußen jetzt zu tagen und Verantwortung zu tragen.
Das nenn ich Mut! Das muss man können – im Ernstfall einfach wegzurennen!
Regieren wird er wieder später, jetzt schickt er einen Stellvertreter.
Der ist klug und auch gewandt – und Stoiber bleibt im Bayernland.
Das ist deutsche Politik. – Jeder hausgemachte Trick
schadet Volk, Wirtschaft und Kultur. – Was denkt man sich da oben nur?
Harte Kämpfe um die Posten, ungeachtet auf die Kosten,
nötigenfalls auch ein Putsch – und ganz schnell ist alles futsch!
So etwas kann nur passieren – wenn Egoisten uns regieren.
Wo sind die Persönlichkeiten, die klare Ziele vorbereiten
und gerade Wege gehn? Weit und breit ist nichts zu sehn.
Die Wenigen, die so gesinnt, werden lautstark überstimmt.
So fährt der Wagen – wie bekannt – unaufhaltsam an die Wand.
Die Liebe zu dem eignen Land ist scheinbar gänzlich unbekannt.
Und wenn es so weiter geht, erwachen wir vielleicht zu spät!

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