Diplomatie
Die alte, elegante Kunst der Wortwahl und Begegnung
in höchsten Kreisen voller Gunst – Verbindung und Bestrebung
stets für sein Land präsent zu sein – es würdig zu vertreten,
galant und vornehm, obendrein wird Exzellenz gebeten.
Jahrelang wird man belehrt, in manches Land beordert,
sprachlicher Feinsinn ist begehrt – Klugheit und Takt gefordert,
denn unverhofft entsteht dann schon, wenn man es nicht erwartet,
die kritische Situation – wie immer auch geartet.
Da geht es oft um einen Satz – ihn recht zu formulieren
zur rechten Zeit, am rechten Platz ihn dann zu präsentieren.
Durch kluge Manipulation, kann viel vermieden werden,
oder ermöglicht – oft schon bewiesen hier auf Erden.
Mit vielen Worten nichts zu sagen – verträgt man kurze Zeit,
doch nach endlos langen Tagen ist es dann soweit.
Wenn jeden Tag was andres gilt – wird langsam auch der Letzte wild.
Dann fragt sich auch der kleine Mann, was die Regierung eigentlich kann?
Sich Diäten zu erhöhn und dem Volk den Hahn zudrehn?
In ihren Dienstwagen zu fahren und alle auffordern, zu sparen?
Uns alle Steuern zu erhöhn? – Wenn Leute dann ins Ausland gehn,
kann man nichts dagegen sagen – denn hier ist der Abstieg zu beklagen!
Was haben wir bloß da oben sitzen unter den warmen Michel-Mützen?
Diplomaten sind es keine. -Schwer vorstellbar – wie ich meine.
Eng vereint einst auf der Straße – demonstriert im rohen Maße
mit Machtgefühl vor Augen bloß. – Dazu sind die Schuh zu groß,
in die sie mit Bravour gesprungen. Es ist ihnen jedoch gelungen,
auf kluge Leute nicht zu hören – lang Aufgebautes zu zerstören,
von sich überzeugt, wie immer, – von Diplomatie jedoch kein Schimmer.
Zum Glück war es nicht immer so. Wo bleibt nur heute das Niveau? Wo? Wo?
Vielgeplagtes, deutsches Land – du erträgst so allerhand.
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