Hilfe, Besuch kommt!
„Hallo, Grüß Gott, Frau Nachbarin,
wo laufen Sie schon wieder hin?“
„Ach, ich bin gestresst wie nie,
diesmal ist Ostern viel zu früh.
Wie soll der Mensch das alles schaffen,
die letzte Kraft zusammenraffen,
um alle Pflichten zu erfüllen
und alles gegen meinen Willen!
Eigentlich wollte ich entfliehn – einmal im Leben, ab nach Wien.
Und jetzt, was soll ich Ihnen sagen, kommt Osterbesuch schon in 8 Tagen!
Nicht etwa nur die zwei allein – Gesamtfamilie fällt hier ein.
Sie wollen Ostern mit uns feiern, mit vielen bunten Ostereiern,
mit gutem Essen, gutem Wein, endlich mal wieder zusammen sein!!
Ich las den Brief, der vor mir lag, danach dacht’ ich, mich trifft der Schlag:
Insgesamt mit acht Personen wollen alle bei uns wohnen.
Tatsächlich die ganze Zeit. Und bald ist es jetzt so weit.
Nun wissen Sie, warum ich laufe und den gesamten Vorrat kaufe.
Es ist wahrlich kein Vergnügen, die ganze Meute satt zu kriegen.
Und das eine ganze Woche, wo ich doch gar nicht gerne koche!
Ein Wunder müsste jetzt geschehen, ein Wunsch müsst in Erfüllung gehen.“
„Frau Nachbarin, Sie tun mir leid in dieser Vorbereitungszeit.
Es ist ja kaum mit anzusehen, wie Sie sich jetzt im Kreise drehen.
Heuer kommt niemand mich besuchen, ich werd auch keine Reise buchen.
Ich habe unbegrenzte Zeit und bin gerne hilfsbereit. – Ich koche gern, mir macht’s nichts aus, wir wohnen doch im selben Haus.“
Nun ist gelöst die bange Frage – Feuer frei für die Ostertage.
Man gönnt sich jetzt ein Kaffeepäuschen, niemand ist mehr aus dem Häuschen.
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