Es war einmal am Oppastrand
Wir waren Wandrer zwischen Welten – als Flugzeuge die Nacht erhellten,
als wir um unser Leben rannten – als um uns herum die Häuser brannten,
als die Feinde immer näher kamen – als sie uns unsre Häuser nahmen. –
Sie nahmen sich auch sämtliche Rechte – als die stolzen Siegermächte.
Schändeten Frauen nach Belieben – die Deutschen wurden dann vertrieben.
Aufgeteilt wurde das Land – bis jeder seinen Anteil fand. –
Es wurde geplündert und gestohlen – totaler Raubbau ward empfohlen.
Der Rachefeldzug ist entbrannt mit Mord und Totschlag insgesamt.
In unbeschreiblich hohem Maße trieb man die Deutschen auf die Straße.
Alles wird ihnen aberkannt – armseliges Sudetenland. –
Als vor hunderten von Jahren – unsere Ahnen hierher kamen
und den Boden fruchtbar machten – auch ihre Kultur mitbrachten –
schufen sie Dörfer, Kirchen, Städte – die man heute sonst nicht hätte.
Für spätere Generationen – sollte sich die Mühe lohnen. –
Doch die heutregierenden Herrn” – hören dieses gar nicht gern.
Nur SIE haben im Krieg gelitten – das Andere wird abgestritten.
Die Deutschen sind hier überflüssig – man ist ihrer überdrüssig.
Herr Benesch hat es so geschrieben – deshalb wurden sie vertrieben.
Ihr Besitz wird übernommen -soll’n sich nicht traun zurückzukommen! –
Alles wird ihnen aberkannt – Geschundenes Sudetenland. –
Du liegst jetzt brach – die Zeit verronnen – wir dürfen Dich besuchen kommen.
Das erlauben uns die Herrn – denn Devisen hab’n sie gern!! –
Und deshalb fragt sich der Verstand – Wo ist mein Heim? Mein Vaterland?”
Wir sind Wandrer zwischen Welten – in denen solche Gesetze gelten. – Enttäuschung wird stets am Herzen nagen,
Das Heimweh werden wir in uns tragen, denn Wurzeln kann man nicht vertreiben –
Erinnerungen werden bleiben. –
Bis ans Ende unsrer Tage -begleitet uns die eine Frage:
“Wo ist mein Heim? – Mein Vaterland?”
Es war einmal am Oppastrand.
09.11.2004
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