Teka von Troppau

Es war einmal ein Land

6 Jun 2005

Eine Liebeserklärung an Troppau

Es war einmal ein Land – in dem ward ich geboren.
Es war einmal ein Land – im Krieg hab ichs verloren.
Ich liebte dieses Land – mit aller Kraft im Herzen.
Zurück ließ mir das Land – viel Narben und viel Schmerzen.
Die Kindheit war voll Sonne – voll Glück und unbeschwert.
Die Schulzeit voller Wonne – und manchmal umgekehrt.
Die junge Liebe blühte – sie wirkte wie ein Duft.
Den man genüsslich fühlte – in warmer Sommerluft.

Getreidefelder wogten – die Wiesen waren bunt.
Die Schmetterlinge flogen – und taten Frohsinn kund
Mit Leichtigkeit und Grazie – dass selbst der Himmel lacht.
Das war die Weit zuhause – so recht für uns gemacht.

Zufrieden war’n die Menschen – und fleißig waren sie.
Sie bauten ihre Städte – mit Fleiß und Phantasie.
Eine der schönsten Städte – ward “Troppau” einst genannt
In ganz Sudetenschlesien – als Perle wohl bekannt.
Wir alle waren gerne – in Troppau jung und froh!
Erinnerungen tauschen – wir heute … anderswo.
Wir waren kaum erwachsen – da kam der Krieg daher.
Er nahm uns unsre Besten – das Volk musst ans Gewehr!

Was dann mit uns geschehen – man nicht beschreiben kann.
Ein jeder hat’s gesehen – man denkt ein Leben dran.
Wir mussten Troppau lassen – und in die Ferne ziehn.
Unsre geliebten Gassen… -und keiner wußt wohin.

Nun ist die Zeit vergangen – wir sind gereift und alt.
Fern ist die Stadt geblieben – der unsre Liebe galt.
Heut nehmen wir die Kinder – und Enkel an der Hand
Und zeigen stolz die Orte – wo unsre Wiege stand.

Oft ist nicht viel zu sehen – von Haus und Hof und Tor
Wir wissen nichts zu sagen – stehn fassungslos davor!
Tief drin in unsrem Herzen – wird eine Bitte laut.
Wenn man in diesem Lande – so einmal um sich schaut.

Möge ein gütig’ Schicksal – dem Enkelkind ersparn
Die Kriege und Vertreibung – die wir eins habn erfahren.
Die Liebe ist geblieben – zur Stadt am Oppafluß.
In ihr gelebt zu haben – war fürstlicher Genuss!

Kaiser und König gaben – der Stadt die Gunst und Ehr
Wer könnt es je vergessen – so wars … und ist nicht mehr. –
Es war einmal ein Land ….. einst ….... in dem ward ich geboren.
Es war einmal ein Land ….. einst im Krieg …... hab ichs verloren.

1 Kommentar »

  1. Karin Kumpe wrote,

    Sehr geehrte Teka von Troppau,

    mein Schwiegervater, Otto Kumpe, geboren in Brandseifen ging in Troppau aufs Gymnasium.
    Als Lehrer ist er nach dem Kriege als erstes in latendorf bei Neumünster angestellt gewesen und dan im Kreis Husum. 1953 bekam er eine Anstellung in Grömtz an der Ostsee, wo er dann blieb und wirkte.
    Im Februar 2008 ist er im Alter von 85 Jahren verstorben. Mein Mann (der Sohn)zusammen mit mir und meine Schwägerin (die Tochter) zusammen mit ihrem Mann, wollen in diesem Jahr Troppau und Brandseifen (so heisst es ja nicht mehr) besuchen. Wir hoffen über das Internet noch einige wenige Informationen zu finden, um unsere Fahrt dorthin zu gestalten.
    Ich habe soeben Ihre Gedichte “es war einmal ein Land” sowie Verliebte, verlorene Heimat” gelesen. Ich, 1952 geboren und von all dem Leid verschont geblieben, bin zutiefst angerührt und getroffen. Wenn auch traurige, so doch wunderschöne Gedichte.

    Mit ganz lieben Grüßen aus Barmstedt (Schleswig-Holstein)
    Karin Kumpe

    Kommentar on Sonntag, 11.01.2009 @ 6:20 pm

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