Teka von Troppau

Die kleinen Dinge

22 Apr 2006

Du bist gestresst und sehr gefragt – immer auf Reisen und gejagt.
Im nächsten Ort da wartet schon – die nächste, wichtige Person.
Der nächste Auftrag ist perfekt – dein Bankkonto ist gut gedeckt.-
Da denkst du dir mit einem Male – es dreht sich die Berufsspirale,
die muss jetzt nur noch schneller kreisen – um allen andern zu beweisen,
wie clever und wie gut du bist – dass auch der Neid die andern frisst!

Du armer Mensch – hast du bedacht, was hier und heute du gemacht?
Was hast du von dem vielen Geld – wenn dir dann vieles nicht gefällt?
Wenn du stellst eines Tages fest, dass deine Kraft dich nun verlässt,
du mürrisch wirst und unerträglich und dein Erscheinungsbild wird kläglich?
Bist innerlich ganz ausgebrannt, das hast du fast zu spät erkannt! –
Der Wohlstand, der so sehr Begehrte – verdrängt ja täglich höh´re Werte,
die allesamt verloren gehn – wenn wir nicht lernen, sie zu sehn . –
Hast du dir schon mal Zeit genommen und bist auf die Idee gekommen,
einige Gräser zu besehen?
Da gibt es nämlich allerorten viele, wunderschöne Sorten
in Gottes herrlicher Natur. –Man tritt sie mit den Füßen nur ….
Statt sie einmal zu betrachten – neigt man dazu, sie zu verachten.
Es ist bloß Gras – - was ist denn das?!
Ein Kunstwerk – möchte ich dir sagen. In den schönen Sommertagen
gewachsen oftmals hoch und schön. –
Nimm dir die Zeit es anzusehn!

Ein Schmetterling kommt angeflattert – hat einen Sonderplatz ergattert,
nämlich den Rücken deiner Hand. Jetzt schaust du hin und bist gebannt,
und gleichzeitig bist du gerührt, dass der Besuch grad dir gebührt. –
Mit Sicherheit ist das ein Zeichen – verkrampfte Seelen zu erweichen
und ein Blick genügt dann nur – für die Wunder der Natur –
und du spürst ganz tief in dir – auch du bist doch ein Stück von ihr. – Begreife doch – sie ist so schön.
Nimm dir doch Zeit – sie anzusehn!
Es kann doch keinen überraschen – das letzte Hemd hat keine Taschen;
von all dem schwer verdienten Schönen – kannst du letztendlich nichts mitnehmen.
Drum muss nicht stets was Großes sein
viel größer noch als groß.–
Es fällt so manche Kleinigkeit dir täglich in den Schoß. –

Drum rat´ ich – mach die Augen auf, um Kleines auch zu sehn;
und ich bin sicher – wette drauf,
gleich wird´s dir besser gehn.

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