Geburtagswunsch
Der Geburtstagswunsch
In jedem Jahr an diesem Tage ergibt sich die Geburtstagsfrage.
Was schenkt man nur? Was soll es sein? Meist fällt einem dazu nichts ein,
zumal diesmal das hohe Alter verunsichert die Festgestalter.
Familie steht nun in der Tür und fragt: Sag an, was wünschst Du Dir?
Die alte Dame schreibt sehr gerne, denkt nach, der Blick schweift in die Ferne.
Und plötzlich fällt es ihr dann ein, es könnte doch ein Laptop sein.
Damit schreibt man doch ganz lässig, das Federführen ist oft stressig,
weil Gicht und Rheuma in den Tagen den Schreiberling oft schrecklich plagen.
Ungläubiges Staunen war gefolgt, nun war’s gesagt und war gewollt.
Ein schlichter Laptop war geplant. Sie brachten, was sie nicht geahnt,
´ne große, weiße Tastatur. Sie wundert sich und staunte nur.
Und zur Erleichterung für’s Hirn, den riesengroßen Flachbildschirm!
Und ohne Kabel auch die Maus, alles auf Funk – so sah das aus….
Endlose Kabel und Geflimmer verändern ihr geliebtes Zimmer.
Alles wurde ausprobiert, das Internet ward installiert.
Nun stand es da, so muss es bleiben. Eigentlich wollte sie nur schreiben.
Nicht weniger und auch nicht mehr.
Nun heißt es l e r n e n bitte sehr.
Da sitzt sie nun, ganz ahnungslos. Wie funktioniert das Werkl bloß?
Selbst die erste Instruktion bereitet ihr viel Mühe schon.
Öffnen, tippen, speichern, drucken, nicht so mit der Maus rumzucken.
Anfangs war sie am Verzagen, hatte niemanden zu fragen,
war so ganz allein zuhaus, wie schalte ich den Bildschirm aus???
Da steht der Hausarzt auf der Schwelle und löst das Rätsel auf der Stelle.
Misst den Blutdruck, schreibt ins Buch: ein interessanter Hausbesuch ….
Nun ist etwas Zeit vergangen, alle haben mal angefangen.
Heute ist es kein Problem auch ins Internet zu sehn,
Postsendungen zu erhalten und die Antwort zu gestalten.
Die Statistik anzuklicken, um darin dann zu erblicken,
wie viel Gäste es gewesen, die ihre Beiträge gelesen.
Und zur Belohnung für manche Pleite steht sie auf Googles erster Seite.
Sogar an fünfter Stelle schon – na, ist das nicht ein echter Lohn?
Nun ist’s auch der Familie klar, dass dieser Wunsch berechtigt war.
Beglückt ist das Geburtstagskind, dass Wege noch zu finden sind,
die Freude und Erfüllung bringen.
Dem Mutigen wird es gelingen solche Wege auch zu gehen.
Man muss nur woll’n, dann wird’s geschehen.
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